Farscape
Ich muss mal wieder zugeben, das ich diese Serie, als sie im TV lief, nicht wirklich ernst genommen haben. Ich hab nur Sonntag Nachmittag merkwürdige Puppen gesehen und weitergezappt. Rückblickend war das ein Fehler.
Auf den ersten Blick ist Farscape nur eine SciFi-Serie mir sehr bunten Aliens.
Und in der Tat, bei den Aliens haben die Macher wirklich ihre Fantasie spielen lassen, wie auch bei allen anderen Aspekten. Es werden komplett andere Gesellschaften kreiert (Peacekeeper werden in den Militärdienst hinein geboren, da ist nix mit Wehrersatzdienst), es gibt Aliens, die nur in Symbiose mit einer anderen Lebensform sinnvoll leben können (Pilot + Leviathan), es gibt humanoide Pflanzen (Zitat Crichton zu Zhan “You’re a vegetable?”), und noch vieles mehr.
Die Hauptfigur ist ohne Zweifel John Crichton, der aus Versehen am Arsch der Galaxis und mitten in einem Gefängniss-Schiff-Ausbruch landet. Eigentlich will die sehr ungleiche Crew nur einen Weg finden, jeden zu Hause abzuliefern, aber irgendwie hängen sie dann doch mehr als 4 Jahre miteinander auf Moya rum.
Dabei hat jede Figur ihre Stärken, ihre Schwächen, ihre Ziele (z.B. Dargo – Sohn finden, Rygel – Tron wieder erobern, Crichton – Weg zur Erde finden). Einige von diesen Zielen werden erreicht, andere nicht. Wenn sie erreicht werden, sind die Ergebnisse nicht unbedingt wie erhofft.
Ich fand es recht interesant, das einmal recht realistisch durchgespielt wurde, wie selbst der freundlichst-mögliche Kontakt der Erde zu Aliens laufen würde. Die Folgen mit den Besuchen auf der Erde waren einer der Höhepunkte der Season 4.
Da die Serie nach Season 4 abgesetzt wurde, obwohl noch so viel offen war, wurde schliesslich irgendwann der TV-Zweiteiler “The Peacekeeper Wars” gedreht. Was für ein Abschluss, dagegen war der Firefly-Film ziemlich flach.
Ich denke die Stärke der Serie war es, immer ein recht ernstes Thema zu behandeln, sich teilweise jedoch nicht zu blöd dafür zu sein, am Rande coole Gags einfliessen zu lassen, zum Beispiel Dargos Englisch-Kenntnisse beim ersten Besuch auf der Erde, die nur aus drei Wörtern bestanden – “Yes”, “No”, “Bite me”. Außerdem waren die Figuren allesamt sehr gelungen. Und selbst wenn einige Figuren nur Puppen sind (Pilot, Rygel), so bemerkt man das recht schnell gar nicht mehr und nimmt sie einfach als Charaktere wahr.
Es war übrigens eine recht merkwürdige Erfahrung, Farscape und paralell dazu die aktuellen Folgen Stargate zu schauen, schlieslich sind Claudia Black und Ben Browder in beiden Serien Hauptdarsteller und die Rollen sind auch nicht soooo unterschiedlich. Ich habe mich bei Stargate 10×08 “Memento Mori”, als Vala zwei Möchtegern-Räuber erledigt hat, sogar dabei erwischt zu denken “Das gute Peacekeeper-Training”. Und in irgendeiner Farscape-Folge gab es eine weibliche Nebenfigur, deren Name wie Vala klang – ich hab mich dauernd gewundert, warum Claudia Black da jetzt von sich in der dritten Person spricht.
Alles in allem, wer auf SciFi-Serien steht, muss Farscape gesehen haben. Unbedingt. Wirklich. Echt jetzt.
Leave a Reply