Dexter

Tuesday, January 2nd, 2007 at 13:10
Dexter

Da schaut man mal aus Langeweile in die aktuelle Rangliste bei tv.com, um plötzlich Heroes auf Platz 2 wiederzufinden, nachdem es diese lange angeführt hat. Auf Platz 1 fand sich Dexter.

Dexter, gespielt von Michael C. Hall (David aus Six Feet Under), arbeitet als Experte für Blutspritzer in der Forensik der Polizei Miami, durch dessen Hilfe schon sehr viele Mord-Fälle aufgeklärt wurden. Es handelt sich jedoch nicht um eine schlechte Kopie von CSI Miami, den die Quelle seines Wissens würde sein Arbeitgeber kaum begrüßen – Dexter ist ein Serienkiller.

Er hat bereits seit seiner Kindheit das Verlangen zu Töten, jedoch half ihm sein Adoptiv-Vater Harry, ein Cop, dieses Verlangen zu lenken. Zuerst waren es noch Tiere, allerdings reichte das irgendwann nicht mehr mehr. Also brachte ihm Harry drei wesentliche Dinge bei.

Zum einen lernte Dexter von ihm, wie man tötet ohne das man erwischt wird. Die wichtigste Vorraussetzung dafür ist die absolute Kontrolle über seine Handlungen. Wer emotional ist, macht Fehler, wer Fehler macht, landet auf dem elektrischem Stuhl. Diese Selbstkontrolle wird zu einem bestimmendem Teil von Dexter.

Die zweite Lektion: wie verhalte ich mich normal. Dexter, der sich selbst des öfteren als emotional leer bezeichnet, gibt sich unglaublich viel Mühe, normal zu sein. Am deutlichsten wird dies bei seiner Freundin (Julie Benz, btw.), die er sich gezielt ausgesucht hat. Vom Ehemann geschlagen, kaum zu echter Intimität fähig scheint sie hervorragend geeignet für Dexter. Im laufe der ersten Staffel entwickelt sich diese Beziehung jedoch weiter als es Dexter lieb ist.

Zum dritten vermittelt ihm Harry ein Verhaltens-Codex: töte nur Menschen, die es verdient haben, also solche, die ein schweres Verbrechen wie Mord begangen haben und davon gekommen sind. Sei dir absolut sicher, Vermutungen reichen nicht.

Die große Stärke der Serie ist, das es die definierten Grenzen zwischen Gut und Böse in Frage stellt. Ist eine Mensch böse, weil er ein Serienmörder ist? Was ist, wenn er nur schuldige Menschen umbringt? Sehr deutlich wird dies in dem über die ganze Staffel laufendem Handlungsbogen mit dem “Ice Truck Killer”, welcher in der letzten Folge der Staffel ein furioses Finale findet. Hier stellt man plötzlich fest, das auch wenn sich 2 Serienmörder gegenüber stehen, einer der Gute und einer der Böse sein kann. Das Finale ist sowieso ein echter Hammer, so das man sich danach fast fragt, wie es weitergehen soll.

Die Besetzung von Michael C. Hall als Dexter erwies sich als echter Glücksgriff, er verkörpert Dexter in Weise, das einem manchmal fast Schauer über den Rücken laufen. Zusammen mit seiner Stimme aus dem Off, mit der Dexter oft sehr tiefe Einblicke in seine Gedanken gibt, entsteht so ein extremer Charakter, der einem aber auf schaurige Weise fast sympatisch ist.

Alles in allem ist Dexter eine sehr düstere, sehr morbide Serie, die aber auf ganzer Linie überzeugen kann. Showtime hat dadurch auch wieder etwas an Boden gewonnen bei mir, nachdem sie mit der Absetzung von Dead Like Me in Ungnade gefallen waren. Einziger Unsicherheitsfaktor ist die zweite Staffel, die schon von Showtime bestellt wurde, hier muss man abwarten, ob sie an die erste Staffel herankommen kann.

One Response to “Dexter”

  1. Batch Says:

    Ach ja, das waren noch Zeiten, als ich Dir Serien empfahl… nun bist Du der Meister (“nur ein Meister des Bösen” würde der gute Obiwan sagen) und ich der Schüler ;). Klingt sehr interssant, werd ich mal antesten. Gleich nach Mysterious Cities of Gold und Battlestar Galactica Classic ;).

Leave a Reply

:D :-) :( :o 8O :? 8) :lol: :x :P :oops: :cry: :evil: :twisted: :roll: :wink: :!: :?: :idea: :arrow: :| :mrgreen: