So Long, and Thanks For All the Fish
Es muss so um 2002/2003 gewesen sein, als ich mich zum ersten mal ernsthaft mit Linux als Desktop-Betriebssystem auseinandergesetzt habe. Bei der Desktop-Oberfläche hat man ja im wesentlichen die Wahl zwischen GNOME und KDE (die ganzen obskuren Window-Manager lass ich hier mal unter den Tisch fallen
). Angefangen hab ich damals mit GNOME, einfach weil es der Default war.
Nach einem Jahr kam dann der Drang, über den Tellerand zu schauen. Angefangen hat es mit einigen wenigen KDE-Applikationen, z.B. war der IM-Client Kopete schon immer recht fortgeschritten. Mit der Entdeckung, das sich Kopete ins System-Addressbuch einklinken kann, und dan den IM-Status auch im Addressbuch anzeigt. Oder Im Mail-Client der IM-Status angezeigt wird. Es hat nicht lange gedauert, da hatte ich GNOME vollends den Rücken gekehrt.
Und ich muss sagen, ich war sehr lange glücklicher KDE-Nutzer. Klar hat es auch seine Schwächen, trotzdem war die Gesamt-Bilanz äußerst Positiv. Dann kamm KDE 4. Natürlich muss man den KDE-Leuten zugestehen, das KDE4 ein sehr ambitioniertes Projekt war und ist, schließlich wurde ein Großteil der Bibliotheken komplett neugeschrieben, um alte Zöpfe abzuschneiden und geniale neue Features wie Plasma erst zu ermöglichen. Das Problem an so großen Projekten: es bindet jede Menge Resourcen, die dann nicht mehr für die Pflege des stabilen Zweiges zur Verfügung stehen, was sich leider langsam zeigte.
Mit KDE 4.1 hab ich dann auch denn Sprung gewagt. Es war viel passiert, man konnte ganz gut damit arbeiten, doch trotzdem fehlte noch unglaublich viel. Und so Sachen wie eine nicht ausblendbare Fenster-Leiste sind wirklich ärgerlich. Mittlerweile ist meine persönliche Meinung, das KDE 4 nicht vor 4.3 wirklich benutzbar ist.
Nur leider muss man bis dahin trotzdem mit dem System arbeiten. Da blieb nur eins: zurück zu den Wurzeln, zurück zu GNOME. Es ist lange nicht so schick, es hat auch seine Baustellen, aber es funktioniert wenigstens und man kann produktiv damit arbeiten. Und ich bin wahrlich nicht der Einzige, der diesen Wechsel gemacht hat. Selbst der oberste Commiter Torwalds, der 2005 noch über GNOME rantete und öffentlich dazu aufforderte, zu KDE zu wechseln, ist mittlerweile umgestiegen. Man kann mittlerweile wirklich den Eindruck bekommen, das man sich mit KDE 4 massiv in den Fuß geschossen hat, es dürfte schon jetzt jede Menge User zu Gnome getrieben haben.
Bleibt nur zu hoffen, das KDE noch die Kurve bekommt, denn wenn man wieder den Applikations- und Feature-Umfang von KDE 3.5 erreicht und gleichzeitig die neuen Subsysteme verwendet, hat Gnome die deutlich schlechteren Karten.
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