(500) Days of Summer
Zu lang für einen Tweet, deswegen als non-Tweet. Hier ist es ja eh viel zu ruhig.
Es kommt ja wirklich selten vor, dass ich mich vorab schon richtig auf einen Film freue, meistens tangieren mich Hypes nur äußerst peripher. Bei 500 Days of Summer war das anders. Die Eckdaten klangen irgendwie vielversprechend: Zoey Deschanel (alleine fast schon Argument) und Joseph Gordon-Lewitt (großartiger Schauspieler) in einer romantischen Komödie (urgs), die aber das böse misbrauchte Genre aufmöbelt und andere Wege geht (oookaaayyy).
Jetzt hab ich ihn gesehen, und direkt Lust, ihn nochmal zu schauen. Ja, offiziell würde man es wohl als romantische Komödie einsortieren, jedoch hat der Film wenig mit dem klassischen 90 Minuten Zeitverschwendung gemein, die man sonst so in diesem Genre trifft. Das macht sogar der Erzähler gleich am Anfang klar:
This is a story of boy meets girl. But you should know up front, this is not a love story.
Die Geschichte des Filmes ist an schnell erzählt. Grußkarten-Autor Tom, der eigentlich Architekt ist, trifft Summer und glaubt, in ihr “the one” gefunden zu haben. Was aber nicht so ganz auf Gegenseitigkeit beruht. Es ist die Geschichte einer Beziehung ohne Happy End. Das macht den Film erst wirklich interessant, den machen wir uns nix vor, meistens läuft es eben nicht wie im Film, in der Realität ist es meinstens ein langer Weg voller Rückschläge und Enttäuschungen, so man den überhaupt jemals ankommt. Zu der Erkenntnis scheinen auch die Autoren gekommen zu sein:
Authors Note: The following is a work of fiction. Any resemblance to persons living or dead is purely coincidental. Especially you Jenny Beckman. Bitch.
Dabei ist die Erzählweise ein entscheidender Faktor. Es wird wild in der Zeit hin- und hergesprungen, es wird nur aus der Perspektive von Tom erzählt, und das ganz wird mit sehr sehenswerten Bildern umgesetzt. Dazu gibt es Zooey Deschanel als weibliche Hauptdarstellerin, die IMHO eigentlich gar nix falsch machen kann, aber hier wirklich mal zeigen kann, was sie wirklich kann. Und dann ist da noch der extrem talentierte Joseph Gordon-Lewitt, der mit einem Gesichtsausdruck mehr ausdrücken kann als manch anderer Schauspieler mit 10 Sätzen und den hoffnungslos Verliebten wirkllich glaubwürdig vermittelt. Die beiden standen übrigens schon bei (den übrigens auch sehr sehenswerten) “Manic” zusammen vor der Kamera.
Am Ende ist es eine Film, der eine im Grunde jedem bekannte Geschichte sehr einfühlsam und mit sehenswerten Bildern erzählt, den man auf jeden Fall kennen muss. Er ist ein bisschen wie “Garden State” (einer meiner Favoriten), und das nicht nur weil beide einen Soundtrack nach meinem Geschmack für so einen Film haben.
Zitate-Alarm:
Just because she’s likes the same bizzaro crap you do doesn’t mean she’s your soul mate.
Summer: We’ve been like Sid and Nancy for months now.
Tom: Summer, Sid stabbed Nancy, seven times with a kitchen knife, I mean we have some disagreements but I hardly think I’m Sid Vicious.
Summer: No I’m Sid.
Tom: Oh, so I’m Nancy…
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