Dollhouse hat ausgespielt

Saturday, January 30th, 2010 at 12:56

So, das wars dann also mit Dollhouse. “Epitaph Two” war als Folge ganz gut, auch wenn der Anfang etwas schwach war. Auch wenn ich denke, dass die Folge für Leute, die Epitaph One nicht gesehen haben (wurde ja nie ausgestrahlt), sehr viel schwieriger zu verstehen sein wird. Und als Finale für die Serie war der zweite Teil wirklich gelungen, einfach weil es wirklich ein Finale war und kein Finälchen mit Option auf Verlängerung oder Fortsetzung in Comic-Form – das ist ja auch etwas, das nicht jede Whedon-Serie von sich behaupten kann.

Über die Serie als ganzes hab ich mir immer noch keine Finale Meinung gebildet. Da ist die erste Hälfte von Season 1, die wirklich einfach Mist war. Danach blieb es lange durchschnittlich, bis zum regulären Ende von Serason 1. “Epitaph One” war dann der Wechsel im Tonfall, den Dollhouse so dringen gebraucht hat.

Season 2 hatte dann richtig starke Momente, gerade in der ersten Folge und in der zweiten Hälfte. Insbesondere Topher war in Season 2 richtig sehenswert, weil er plötzlich sein Gewissen entdeckte und immer mehr unter der Last seiner Taten zerbrach. Und die Interaktion zwischen Topher und Bennett (Summer Glau!) war wirklich extrem sehenswert.

Wer ist am Ende also schuld, dass Dollhouse nicht das war, was sich so viele von einer neuen Serie von Joss Whedon, Tim Minear und Eliza Dushku über programmierbare Menschen erhofften?

Einen ganz großen Anteil daran hatte ganz klar FOX. Whedons Vison war laut einem Interview mit der Chicago Tribune eine vollkommen andere – es sollte eigentlich um Identität, Fantasie, Beziehungen (eund eben auch Sex) gehen – die Sicht der Kunden auf das Dollhouse. Gerade das sind aber Themen, mit denen FOX nicht klar kommt. Ich frag mich ja sowieso bis heute, warum er nach Firefly nochmal eine Serie bei FOX gemacht hat. Naja, es gibt halt Kinder, die zweimal auf die Herdplatte fassen müssen, bis es klick macht. Jetzt ist die Botschaft aber angekommen, oder?

Einen nicht zu verachtenden Anteil hatte aber auch Eliza Dushku. Sie hat IMHO einfach nicht die schauspielerischen Fähigkeiten, die es braucht, um total verschiedene Figuren zu spielen. Und gerade in Season 1 waren die Folgen, wo Eliza/Echo nur eine kleine Nebenrolle gespielt hat, meist die besten. Dass es geht, hat zum Beispiel Enver Gjokaj extrem beeindruckend unter Beweis gestellt – er hat die leere Doll, den russischen Gauner, das Partygirl (ernsthaft!) und sogar Topher extrem glaubwürdig rüber gebracht. Gerade wie er Topher gespielt hat, hat mich schwer beeindruckt. Gerade die Nebenrollen ware in Dollhouse IMHO extrem gut besetzt – Dichen Lachman als Doll, Fran Kranz als genialer Wissenschaftler mit latent fehlendem Gewissen, Olivia Williams als nur scheinbar kaltherzige Cheffin  – alle haben sehr gute Arbeit abgeliefert. Und als dank dafür wird im Intro zu jedem Namen Eliza Dushku gezeigt, wie sie mit rausgestreckter Brust durch die Gegend stolziert? WTF?!? :x

Am Ende war es eine Serie, die durchaus ein paar gute Momente hatte, aber zeitweise aus ganz schön genervt hat. Das zeigt zum Beispiel auch die Tatsache, das mit der zu erwartende Whedon-Kill im Finale reichlich egal war. Definitiv kein Kandidat für DVD-Kauf, aber sollte man gesehen haben, damit man weis, was man an Firefly, Dr. Horrible und Co eigentlich hat.

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