Linux hat ja bekanntlich viele stärken. Aber die einfache Konfiguration von mehreren Bildschirmen an einem Rechner gehört nicht dazu. Deshalb hier ein kleines Mini-Howto.
Hinweis: Meine Lösung funktioniert nur mit Treibern, die die MergedFB-Erweiterung besitzen (hauptsächlich Ati und Matrox). Für andere Treiber sollte Google bemüht werden.
Ich hier einfach mal davon aus, das schon eine funktinierende xorg.conf für den Betrieb eines Bildschirms existiert, so das ich hier nur relevante Veränderungen angeben werde.
section Device
option “MergedFB” “true”
aktiviert den MergedFB-Modus
option “MonitorLayout” “LVDS,CRT”
Mit dieser Ziele sagt man dem Treiber welcher Art die beider Monitore sind.
- LVDS = internes Display eines Notebooks
- TMDS = TFT (nur bei DVI-Anschluss relvant)
- CRT = Monitor
- NONE = keiner
option “CRT2HSync” “31.5-48.5″
option “CRT2VRefresh” “50-70″
Horizintale / Vertikale Frequenzen vom zweitem Bildschirm, wenn analog angeschlossen. Die Werte hier entsprechen Standardwerten für 1024×768.
option “CRT2Position” “RightOf”
Gibt die Physikalische Position des zweiten Monitors an:
- LeftOf = zweiter Bildschirm links vom Ersten
- RightOf = zweiter Bildschirm rechts vom Ersten
option “MetaModes” “1024×768-1024×768@60 1024×768+1024×768@60″
Hier werden die verfügbaren Auflösungen definiert. Wenn zwei Auflösungen mit “-” verknüpft sind, so werden die beiden Bereiche nebeneinander gelegt. Wenn ein + dazwischen steht, wird der zweite Bildschirm im Clone-Modus betrieben. Zwischen den hier definierten Auflösungen kann mit RANDR umgeschlatet werden, wodurch man schnell von Strech- zum Klon-Modus wechseln kann und wieder zurück.
Unter umständen mag MergedFB manche Auflösungen nicht, wenn ja, so gibt es aber im Log darüber Auskunft, dass ihm die Auflösung nicht passt.
Der Abschnitt sieht fertig dann zum Beispiel so aus:
Section “Device”
identifier “ATI Technologies, Inc. Radeon Mobility 9000 M9 (R250 Lf)”
boardname “ati”
busid “PCI:1:0:0″
driver “ati”
screen 0
option “MergedFB” “true”
option “MonitorLayout” “LVDS,CRT”
option “CRT2HSync” “31.5-48.5″
option “CRT2VRefresh” “50-70″
option “CRT2Position” “RightOf”
option “MetaModes” “1024×768-1024×768@60 1024×768+1024×768@60″
EndSection
Was NICHT gesetzt sein sollte:
- Die Option “Xinerama” im ServerLayout (deaktiviert Pseudo-Xinerama von MergedFB, dadurch entsteht ziemliches Fenster-Chaos)
- Der Screen sollte keine fest definierten virtuelle Größe haben, sonst kann MergedFB den Framebuffer nicht erweitern
Nachdem diese Änderungen durchgeführt sind, sollte ein Neustart des X-Servers reichen, um den zweiten Monitor in Betrieb zu nehmen.
KDE-Nutzern sei dann nocht das Tool krandrtray an herz gelegt. Es ermöglicht eigentlich, zwischen verschiedenen Auflösungen umzuschalten, indirekt ermöglicht es dadurch aber auch, im laufendem Betrieb zwischen Stretch- und Klon-Modus umzuschalten (siehe Bild).

Tags: Ati, DualHead, KDE, MergedFB, Pinguinfarm, randr, Xinerama, Xorg