Joss Whedon hat sich unter den Buffy-/Angel-Anhängern nicht viele Freunde gemacht, als er sich einem neuem Projekt zuwandte. Dass er ausgerechnet ins SciFi-Genre wollte, hat mich recht skeptisch gemacht. Wenn man aber die Serie gesehen hat, ist man sofort der Meinung, das es eine verdammt gute Idee war. Whedon hat mit Firefly etwas geschaffen, dass sich von den meisten SciFi-Serien unterscheidet.
Das Universum ist ein absolut realistisches Szenario. Es kann gut sein, dass unser Universum in 500 Jahren wirklich so aussieht. Die USA und China sind die einzigen verbliebenen Supermächte, was dazu führt, das das Unversum eine bunte Mischung aus beiden Kulturen ist. Es gibt keine Aliens, es gibt keine Überlicht-Antriebe, generell wirkt die ganze Technologie sehr glaubwürdig. Die Kluft zwischen den zentralen Planeten und den äußeren Planeten entspricht ungefähr dem Unterschied zwischen Amerika und Europa im 18. Jahrhundert.
Außerdem konzentriert sich Whedon auf eine ganz andere Handlungsebene als zum Beispiel Battlestar Galactica. Bei Firefly geht es nicht um das Schicksal der Menschheit, es geht um 9 Menschen, die sich irgendwie durchschlagen. Es gibt keine eindeutig Guten und Bösen, jede Figur ist eine Mischung aus beidem. So sind die Besatzung von Serenity zwar Schmuggler, haben aber doch soviel Sinn für Gerechtigkeit, 2 Flüchtlinge in ihre Crew aufzunehmen, auch wenn sie ihnen einiges an Unannehmlichkeiten bereiten.
Die Besatzungsmittglieder selbst könnten unterschiedlicher nicht sein. Captain Malcom Reinolds und Zoe, die zusammen gegen die Allianz gekämpft und unendlich Viele fallen gesehen haben. Zoes Mann Wash, der Pilot von Serenity, der ständig Hawai-Hemden trägt und eigentlich nicht der Typ für Schiessereien ist. Jayne, der Rambo-Verschnitt, den Malcom von einer Bande rekrutiert hat, während sie von dieser bedroht wurden. Kaylee, die sich eigentlich nur vom alten Techniker hat flachlegen lassen (im Maschinenraum), und dann kurzerhand dessen Job übernommen hat. Inora, “registered Companion”, die von Malcom eines von Serenity’s Shuttles gemietet hat. “Shepherd” Book, ein Priester mit einer Vergangenheit, die nichts mit christlicher Lebensweise zu tun hat. Simon, ein Arzt, der seine aussichtsreiche Karriere gegen ein Leben als Flüchtling getauscht hat für seine Schwester. River, Simons Schwester, hochbegabt, in die Hände einer Organisation geraten, die mit ihrem Hirn experimentiert hat, und die mit den Folgen kämpft.
Firefly erzählt einfach nur die Geschichte von 9 Leuten in einer Welt zwischen fortschrittlicher Zivilisation und wildem Westen. Sie lässt sich Zeit, die Geschichten der Figure zu erzählen, Zeit, die die Serie leider nie hatte. FOX hat der Serie das Leben recht schwer gemacht, Folgen in total falscher Reihenfolge ausgestrahlt (der usprüngliche Pilot, in der sich die komplette Besatzung formiert, war eine der letzten ausgestrahlten Folgen), die Macher standen unter dem ständigem Druck, sofort abgesetzt zu werden. Am Ende hat es Firefly leider nur auf eine Staffel gebracht, was unheimlich viele Fragen offen gelassen hat.
Allerdings hat man Firefly 2 Jahre später einen Film spendiert (“Serenity”), der einen durchaus würdigen Abschluss der Serie darstellt. Es wird eine gute Erklärung dafür geliefert, warum die “Alliance” so scharf auf River ist. Nur die Geschichte des Shepherd wird leider nie erzählt, es hätte mich durchaus interessiert, was einen Mann vom Soldaten (oder was auch immer er war) zum Priester machen kann.
Alles in allem kann man Firefly jedem nur wärmstens empfehlen, der auch nur ein kleines bischen Interesse an SciFi hat. Defenitiv ein Fall von “Viel zu früh abgesetzt”.
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