GTA IV – the good, the bad, and the ugly
August 24th, 2008
Spiele
Mehr oder weniger 4 Monate nach dem Release ist es an der Zeit für einen kleinen Rückblick auf GTA IV. Auch wenn ich das Spiel noch nicht wirklich durch habe, bin ich doch langsam an einem Punkt, wo ich hinreichend viel gesehen habe, um mal die einzelnen Aspekte beleuchten können. Dabei soll immer auch ein bisschen ein Vergleich zu GTA San Andreas gezogen werden.
Grafik
Hier gibt es keine Diskussionen, die Grafik von GTA IV ist atemberaubend. Dies war aber zu erwarten schließlich ist die PS3 doch eine ganz andere Gewichtsklasse als die PS2, die von GTA San Andreas doch heftigst an ihre Grenzen gebracht wurde. Sonnenuntergänge, Wasser, die nächtliche Skyline – da muss man aufpassen das man nicht auf den Controller sabbert.
Welt
Die Welt von GTA IV ist deutlich anders als die von San Andreas. Wo San Andreas mit Fläche glänzte, glänzt GTA IV mit Details. In GTA IV gibt es zum Beispiel keine Ländlichen Gegenden, es gibt nur die 3 Hauptinseln, die allesamt New Yorker Stadtteilen entsprechen. Dadurch ist die Welt schon prinzipibedingt lange nicht so abwechslungsreich wie in San Andreas. Trotzdem hat jede der Inseln ihren eigenen Charakter, aber natürlich sind diese nicht so unterschiedlich wie Los Santos, San Andreas und Las Venturas. Von der Größe her nehmen sich die Welten IMHO auch nicht so viel, allein auf der zentralen Insel kann man Stunden nur mit rumfahren und staunen verbringen.
Wo GTA San Andreas ganz klar Federn lassen muss ist der Detailgrad der Welt. Hydranten die Wasserfontänen nach sich ziehen beim umfahren, ein extrem detailliertes Schadensmodell für Fahrzeuge, eine deutlich höhere Vielfalt an Passanten, all das lässt die Welt von GTA IV extrem realistisch wirken. Auch in Sachen Unfälle kam einiges an Realismus dazu. Wenn man mit einem Auto mit Tempo gegen eine Mauer fährt, fliegt man durch die Frontscheibe, und die Landung tut weh. Ähnliches gillt für den unsanften Abstieg von Motorrädern, so dass man diese nur nutzen sollte, wenn man sie wirklich unter Kontrolle hat (nettes Gimick: wenn man auf ein Motorrad steigt und einige Sekunden wartet, setzt Nico einen Helm auf). Auch ist der Ausstieg aus dem fahrenden Fahrzeug nicht mehr wirklich ratsam, da man doch körperlich ganz schön einstecken muss dabei.
Polizei / Gameplay
Eine starke Umgewöhnung ist das neue Fahndungssystem. In früheren Teilen war man Stammgast im Pay’n'Spray, in GTA IV war ich bis jetzt vielleicht 5 mal dort. Dies liegt zum einen daran, das man Fahndungsleveln bis 4 auch ganz gut davonfahren kann, außerdem hat man jetzt die Anforderung, das man ungesehen in den Pay’n'Spray kommen muss.
Eine elementare neue Fähigkeit ist übrigens das Schießen aus dem Fahrzeug in alle Richtungen. Nue wieder muss man genau neben ein Fahrzeug zu fahren, um es unter Feuer zu nehmen. Generell ist die Steuerung auf der PS3 sehr gelungen, wenn auch eine Umstellung von der PS2. Das Zielsystem ist clever, und befreit einen keinesfalls vom selbständigem Zielen. Zwar wird der Gegner automatisch anvisiert, um aber Headshots zu machen, muss man selbs nachjustieren. Dies ist auf langen Missionen auch zwingend nötig, da der Menge der Munition, die man tragen kann, begrenzt ist. Achtet man nicht darauf, sitzt man irgendwann da und wirft Wattebäusche auf Gegner mit AK47er.
Missionen
Die Haupt-Storyline ist wie immer relativ lang und hat sehr viele Zweige, so das man eigentlich immer eine Wahl hat, was man machen will. Das einzige was mir aufgefallen ist: gegen Ende zieht der Schwierigkeitsgrad exorbitant an. Dies nervt zum Beispiel dann, wenn bei einer Verfolgungsjagd in einer Mission der Verkehr plötzlich ganz klar geskriptet ist. Plötzlich führt der durch den Gegenverkehr flüchtende Gegner dazu, das sich JEDES Auto, das er passiert, auf der Straße quer stellt und überschlägt. Oder wenn aus einer Gasse über eine breite Straße in eine andere Gasse geheizt wird, kommt natürlich direkt nach dem Verfolgten von rechts und links eine Auto und man bleibt hängen, wenn man nicht tierisch aufpasst. Das ganze ist zwar gut gemeint im Sinne der Spannung und Abwechslung, nervt aber auf Dauer etwas.
Die Nebenmissionen sind etwas, was in GTA IV leider zu kurz kommt. So gibt es zum Beispiel überhaupt keine Krankenwagen- und Feuerwehr-Missionen mehr. Die Taxi-Missionen sind auch wesentlich schwieriger zu starten als früher (man muss Roman anrufen und sich ein Taxi von ihm abholen). Dafür sind die Polizei-Missionen deutlich vielfältiger geworden.
Eines fällt nach einer Weile auch auf: man braucht keine Geld mehr in GTA IV, mal abgesehen von den üblichen Ausgaben für Waffen und Munition. Zwar kann man noch Kleidung kaufen, aber die Auswahl ist gefühlt deutlich geringer. Was vollkommen fehlt ist die ganze Immobilien-Geschichte, die damals mit Vice City eingeführt wurde und ein herrliches Groschen-Grab war. Lästig: die SafeHouses haben zwar Parklätze, aber immer nur 2.
Multiplayer
Der Multiplayer-Modus ist etwas, was man in GTA seit GTA 3 vermisst hat. zwar gab es für den PC einen Hack dafür, aber das ist kein Ersatz für eine anständige Implementierung. Mit GTA IV ist es nun endlich soweit, man kann online gegen andere antreten. Die Vielfalt der Modi ist dabei extrem groß, vom klassischem Deathmatch bis zum Coop-Modus ist alles dabei. Aber alleine in den Deathmatch-Modi kann man extrem viel Zeit verbringen. Man glaubt gar nicht, wieviel Spaß dabei aufkommt, wenn sich eine Horde von Leuten auf Hapiness Island (wo die Statue of Hapiness steht) gegenseitig mit Raketenwerfern einheizt. Falls man einmal gelangweilt oder gefrustet ist von den normalen Missionen, muss man nur den Multiplayer-Modus anwerfen, und schon gibt es Spaß bis der Arzt kommt. Einzig einen echten Server-Browser vermisst man, man wird immer mehr oder weniger zufällig in ein Spiel mit dem gewählten Modus hineingeworfen. Der Multiplayer-Modus ist eines der echten Highlights von GTA IV, vor allem da er mittlerweile auch stabil funktioniert, was beim Launch wahrlich nicht der Fall war.
Fazit
GTA IV ist definitiv ein würdiger Nachfolger in der Serie, auch wenn man einige alte Zöpfe abgeschnitten hat, die doch irgendwie fehlen. Hier hoffe ich persönlich auf ein GTA mit der Technik von GTA IV und der Vielfallt von San Andreas, auch wenn dies wohl noch Jahre dauern wird. Trotzdem ist GTA IV sehr viel näher an der Perfektion als die meisten anderen Spiele jemals kommen werden.
