Anlässlich der tragischen Neuigkeit, dass Pushing Daisies sein leben Aushaucht, davor aber noch ein kleines Crossover mit Wonderfalls bekommt, gibts ein Review dieses vergessenen Schatzes.
In einem sehr charmant Erzählstil wird erzählt, wie das leben von Jaye Tyler durchsprechende Tierfiguren ins Chaos gestürzt wird. Durch witzige Dialoge, sympathische Charaktere, die richtige Dosis Ernsthaftigkeit, teilweise extrem skurrile Situationen und eine hervorragende Hauptdarstellerin (Caroline Dhavernas) entsteht eine Serie, die absolut zu unrecht kaum jemand kennt.
Dreh- und Angelpunkt der Serie ist Jaye. Sie ist 24, hat einen Phillosophie-Abschluß, aber keine Ahnung was sie eigentlich machen will. Sie lebt in einem Trailer-Park, arbeitet als Verkäuferin in einem Souvenirladen, in dem ihr Vorgesetzter noch fast ein Kind ist. Sie lebt so nicht weil sie es muss, sondern weil es ihr so als ausreichend erscheint und sie frei von Ambitionen ist. Sie ist pessimistisch, negativ, manchmal gemein, aber im Grunde doch irgendwie nett. Sie hasst diese “Fähigkeit”, um die sie nie gebeten hat, fügt sich aber doch soweit, dass sie selbst große negative Folgen für sich selbst zähneknirschend in Kauf nimmt. Im Grunde ist sie ein bisschen wie George aus Dead Like Me, nur mit College-Abschluß.
Natürlich ist die Serie nicht ohne Schwächen, für mich ist es diese Liebesgeschichte zwischen Jaye und dem Barkeeper. In der ersten Hälfte der Serie ist diese noch perfekt dosiert, im letzten Drittel der einzigen Staffel wird sie dann wirklich etwas nervig, trotz der Tatsache das Jewel Staite die zukünftige Ex spielt.
Stilistisch ist die Serie in sehr vielen Hinsichten eng verwandt mit Pushing Daisies, auch wenn Wonderfalls vielleicht nicht ganz so bunt und zuckersüß ist. Das überrascht natürlich wenig, wenn man weiß, das Wonderfalls Bryan Fullers nächstes Projekt war, nachdem er bei Dead Like Me nach nur 5 Folgen wegen kreativer Differenzen ausgestiegen ist. Ohne Wonderfalls wäre Pushing Daisies so wie wir es kennen und lieben wohl nie entstanden, allein schon weil Pushing Daisies ohne Lee Pace kaum denkbar wäre. Und wer Spielt Jayes Bruder in Wonderfalls? Genau, Lee Pace.
Besonders tragisch an Wonderfalls ist, das die Serie praktisch nur durch ihr DVD-Release (leider auch nur als RC1) bekannt ist, sie wurde leider aufs heftigste gefoxt. Erst lag sie ein Jahr in der Schublade, nur um dann in der darauf folgenden Season im Death Slot (Freitag abend) zu laufen. Aufgrund der Verzögerung musste man sich sogar Vorwürfe gefallen lassen, man hätte das Konzept von Joan of Arcadia abgekupfert, obwohl beide Serien ja eigentlich gleichzeitig produziert wurden. Nachdem die Serie dann noch den Sendeplatz gewechselt hat (ohne das FOX dies groß kommuniziert hätte), wurde nach 4 Folgen endgültig der Stecker gezogen.
Das die Serie trotzdem eine signifikante Fan-Basis hat, sah man spätestens 2007 beim Comic-Con Panel zu Pushing Daises. Dort wurde zu Anfang die einzelnen Anwesenden vorgestellt. Bryan Fuller wurde wie folgt eingeführt:
Sprecher: “I present you the Creator of Dead Like Me …”
Publikum: *Applaus*
Sprecher: “and Wonderfalls …”
Publikum: *noch mehr Applaus*
Sprecher ” Sadly, this reaction is not representative”
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